Politik

Eine Spaltung der SPÖ?

Warum eine Spaltung der Sozialdemokratie niemanden etwas bringt

Zurzeit geistert eine Idee durch manche Köpfe: Eine Spaltung der SPÖ wäre die Rettung der Sozialdemokratie. Der „rechte“ Flügel sollte sich vom urbanen, „linken“ Flügel abspalten, damit dieser dann glaubwürdiger wäre. So erzählt in einem „Standard“ (Zeitung) Artikel. Warum das blödsinn ist, ist schnell erklärt.

Spaltung der Gesellschaft verläuft an einer Trennlinie

Die grundsätzliche Frage, in denen die ÖsterreicherInnen, aber auch jedes andere westliche Land zurzeit gespalten ist, ist jene, ob man eine offene, mulitkulturelle Gesellschaft ablehnt oder befürwortet. Die Größe der beiden Gruppen hält sich ungefähr die Waage, ist ausgeglichen. Und auch wenn es DIE Frage der Zeit ist, gibt es dutzende andere Probleme, die mindestens ebenso wichtig sind.

Das Leben der Menschen verbessern

Man muss diese Frage der mulitkulturellen Gesellschaft gar nicht offensiv bespielen. Würde man Themen wie leistbares Wohnen, ein Arbeitsmarkt, der sich mehr auf den Menschen als auf funktionierende Lohnarbeit fokussiert oder ein Wirtschaftssystem, welches der Umwelt nicht schadet, sondern auf sie Rücksicht nimmt, behandeln, würde man der emotional aufgeladenen Diskussion über Flüchtlinge und „Ausländer“ gar nicht so viel Platz einräumen. Es gilt dort wo man die Geschicke lenken kann, also in Wien, in Linz, in St.Pölten oder im Burgenland, eine Politik zu machen, die das Leben der Menschen verbessert und auf Grundlage derer man auch Glaubwürdikeit transportieren kann. Themen wie die eben angesprochenen, aber auch Pensionen, ein Weltklasse Gesundheitssystem, gerechte Steuern oder Digitalisierung kommen bei den Menschen immer an.

Eine Spaltung nützt niemanden

Eine Spaltung wäre hingegen eine Art Todesstoß für die Spzialdemokratie. Der sogenannte „rechte Flügel“ würde untergehen unter der FPÖ und ÖVP rechtsaußen Politik, der „linke Flügel“ würde sich auf ein Klientel fokussieren, welches auch schon durch die Grünen oder auch in Teilen (Gesellschaftspolitik) durch die Neos bespielt wird. Man würde den Status einer „Massenpartei“ endgültig aufgeben, denn in so einer großen Partei muss letzendlich Platz sein, um Fragen divers zu diskutieren. Intern versteht sich, in Foren, auf Parteitagen oder in den Ortsgruppen.

Eine geeinte Partei muss auf Themen setzen und kooperieren

Hingegen hat eine geeinte Partei den großen Vorteil, dass diejenigen Themen, die auch Massentauglich sind, genau dort an die Leute gebracht werden können wo sie hingehören: An ihre Haustür, an den Arbeitsplatz oder eben auf Parteiveranstaltungen welche offen für jede Person zugänglich sind. Man sollte die Gewerkschaften stark einbinden, aber auch mit NGOs aller Art kooperieren. Und man sollte aufhören die Gunst der Medien gewinnen zu wollen. Man muss eigene Kanäle schaffen, um mit den Menschen zu kommunizieren und eine schlagfähige Kampagnenfähigkeit entwickeln, ansonsten ist man stets von anderen abhängig. Man muss nicht jede und jeden als Parteimitglied gewinnen, sehr wohl jedoch geht es darum seine Message unter die Leute zu bringen – bis ins kleinste Dorf, damit auch jede und jeder weiß, wofür sich die SPÖ einsetzt.

Erst wenn das wieder gelingt wird die SPÖ den Fokus der Menschen auf die Themen lenken könne, von denen sie selbst profitieren. Und dann wird man auch wieder so mitreden können, wie es sich für die Sozialdemokratie gehört.

Kategorien:Politik

Tagged as: , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s